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Urlaub im urigen Ultental in Südtirol (Reisebericht)



Ultental / Suedtirol - Foto: WP-User: Jacquesverlaeken - CC BY-SA 3.0
Foto: WP-User: Jacquesverlaeken - CC BY-SA 3.0
Das Ultental in Südtirol ist bekannt für seine idyllische Natur sowie seine zahlreichen Wandermöglichkeiten. Das Tal, auch kurz Ulten genannt, erstreckt sich über etwa 40 km und liegt eingebettet zwischen imposanten Bergen. Hauptorte der Gemeinde Ulten sind vor allem die Ortschaften St. Pankraz, St. Walburg, St. Gertraud, St. Nikolaus und Kuppelwies.

Da die Beschreibung der Natur und der zahlreichen Freizeitaktivitäten, die in dieser Region geboten sind, ansprachen, entschieden wir uns im August 2011, eine Woche in St. Walburg im Ultental zu verbringen. Ausgesucht hatten wir uns den Hauptort der Gemeinde auf der Internetseite www.suedtirol-tirol.com. So entschlossen wir uns dazu, dort eine Ferienwohnung für zwei Pärchen zu mieten. Bereits bei der Ankunft wussten wir, dass wir die Entscheidung zum Urlaub in der Ferienwohnung nicht bereuen würden, denn uns empfing die überaus freundliche Tochter des Hauses, die uns in eine komfortabel eingerichtete, reinliche und sehr schmucke Wohnung geleitete, die vollauf unseren Vorstellungen entsprach. Zwei Doppelbettschlafzimmer mit jeweils eigenem Bad sowie ein großer Aufenthaltsraum mit Küche, Esstisch, Couch und Fernseher versprachen eine äußerst schöne Urlaubswoche. Der Blick vom gemeinsamen Balkon fiel auf erhaben in den Himmel ragende Berge, zu deren Füßen sich die Sonne im klaren Zoggler Stausee spiegelte.

Da unser Urlaub in der Ferienwohnung vor allem von Ausflügen in die Natur und sportlichen Aktivitäten geprägt sein sollte, machten wir uns bereits am Tag nach der Anreise auf, um die Umgebung zu erkunden. Gute vier Stunden benötigten wir in gemütlicher Gangart, um den nahe gelegenen Stausee zu umrunden und dabei die Schönheit der Landschaft in uns aufzunehmen. Bei strahlendem Sommerwetter trafen wir auf viele andere Urlauber, die entweder mit Fahrrädern oder auch mit Nordic-Walking-Stöcken oder Wanderstecken unterwegs waren. Der Weg um den See herum, der uns bis zu den Nachbarortschaften Kuppelwies und St. Nikolaus führte, zeigte uns die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten in der Region. Wir sahen gut ausgeschilderte und gekennzeichnete Wanderwege ebenso wie Nordic-Walking-Strecken, ein Pferdegestüt mit Reitmöglichkeit, Badestellen und eine Seilbahn zur weiter oben gelegenen Schwemmalm, von der wir erfuhren, dass dort im Winter ein Skigebiet besteht.

Auch in den nächsten Tagen konnten wir feststellen, dass das Ultental eine äußerst geeignete Gegend für Wander- und Naturfreunde ist. Unser Ausgangspunkt St. Walburg, in dem unsere Ferienwohnung war, lag bereits auf einer Höhe von über tausend Metern, es bestand aber auch die Möglichkeit, Berggipfel in über zweitausend Meter Höhe zu erklimmen. Die Wanderwege den Berg hinauf waren gesäumt von kleinen Höfen, die sich vom Fuße des Berges aus wie Miniaturhäuschen ausmachten, erfrischende Gletscherbäche spendeten auf der Rast ihr kühles Nass und grüne Bäume warfen angenehme Schatten in der warmen Sommersonne.

Da Petrus uns gewogen war, konnten wir eine Urlaubswoche mit strahlendem Wetter genießen, jedoch hätten wir es uns auch bei trüber Witterung in der Ferienwohnung gemütlich machen können. So nützten wir den einzig kühlen Tag, der uns zum Wandern nicht geeignet schien, um regionale Köstlichkeiten einzukaufen und danach in unserer komplett ausgestatteten Küche gemeinsam zu kochen.
Einen echten Geheimtipp der Südtiroler Spezialitäten hatten wir noch vor Reiseantritt in einer Zeitschrift gefunden: den Speck von Heinrich Pöder, der im nahe gelegenen St. Pankraz auf einem einsam und abenteuerlich steil gelegenen Hof vier Schweinerassen züchtet, die nur mit Molke und Getreide gefüttert wurden. Kurz entschlossen nutzten wir den wolkenverhangenen Himmel, um unsere Einkäufe bei Pöder zu tätigen. Nach kurzer Zeit hatten wir ihn auch ausfindig gemacht, obwohl nur ein kleines Schild an der Straße auf den "Speckverkauf ab Hof" verwies. Doch der Artikel hatte nicht gelogen, wir fanden uns in einer urigen Räucher- und Vorratskammer wieder, die an frühere Zeiten erinnerte, und erstanden bei einer älteren Dame den köstlichsten Speck und die vorzüglichste Salami, die wir jemals gegessen hatten.

Wandern im urigen Ultental in idyllischer Natur und Stille genossen wir sehr, doch da wir aufgrund der Ferienwohnung flexibel und noch dazu mit dem Auto angereist waren, wollten wir auch die Gegend erkunden. Das Ultental selbst hatte kuriose Sehenswürdigkeiten zu bieten, die auf jeden Fall einen Besuch wert waren. So sahen wir in St. Gertraud die "Ultner Urlärchen", imposante Baumriesen, die dem Volksglauben nach über zweitausend Jahre alt sind. In St. Pankraz hingegen bestaunten wir das "Häuschen am Stein", ein nach wie vor bewohntes Haus, das versehentlich auf einem riesigen Felsen errichtet wurde, wie sich nach einer Überschwemmung herausstellte.

Doch auch die weitere Umgebung zog unser Interesse auf sich, und so nutzten wir das bestens ausgebaute Straßennetz, um den "Apfelort" Lana zu Füßen des Ultentals zu erkunden, eine Region, die bekannt ist für ihren Apfelanbau. Kaum eine halbe Stunde Autofahrt war es nach Meran, der zweitgrößten Stadt Südtirols, die für ihre herrlichen Jugendstilbauten und als Kurort bekannt ist. In Meran nahmen wir uns einige Stunden, um durch die alten Laubengänge zu flanieren, Kirchen zu besichtigen und die Schönheit der mediterran angehauchten Kurstadt zwischen Bergen zu genießen.
Bozen, die Hauptstadt Südtirols, lag ebenfalls nur eine Stunde entfernt, und so genossen wir auch dort einen sonnigen Tag in einem deutlich industrieller, aber dennoch urtümlich geprägten Flair.

Highlight eines jeden Ausflugs war jedoch die Heimkehr in unsere gemütliche Ferienwohnung, die wir allenfalls noch verließen, um den "Eggwirt", das Gasthaus in St. Walburg, aufzusuchen. Dort schlemmten wir uns quer durch die Speisekarte, die regionale Köstlichkeiten wie die "Ultner Brotsuppe", Schlutzkrapfen oder überbackene Knödelscheiben ebenso zu bieten hatte wie leichtere Gerichte oder internationale Küche.

Als wir nach einer Woche Abschied nehmen mussten von unserem lieb gewonnenen urigen Ultental, wurde uns allen das Herz ein wenig schwer und wir nahmen uns fest vor, auch im nächsten Jahr wieder nach St. Walburg in unsere Ferienwohnung zu reisen.

Danke an "Scriptum" für diesen Reisebericht.


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