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Segeln – Segelsport

Beim Segeln wird das Segelschiff oder -boot unter Nutzung des Windes fortbewegt. Über viele hundert Jahre hatten Segelschiffe eine enorme Bedeutung für Handel, Transport, Krieg und natürlich Fischfang. Vor rund hundert Jahren begannen dann maschinengetriebene Schiffe, die Segelschiffe zu ersetzen. Heute ist Segeln vor allem ein Freizeit- oder Wettkampfsport. Dabei gibt es höchst unterschiedliche Schiffskonstruktionen. Im Grunde kann man alle Schiffe (Boote) in zwei Kategorien einteilen: Die Verdränger sind meist größere und schwerere Schiffe und die Gleiter, die meist leichtere und darum auch schnellere Boote sind.

Grundlagen der Physik

Antrieb

Segelschulschiff Gorch Fock unter vollen Segeln in Fahrt
Foto: Bundeswehr-Fotos Wir.Dienen.Deutschland. - CC BY-ND 2.0
Der Winddruck auf das Segel sowie die Luftströmung um das Segel sind für den Antrieb verantwortlich. In der Regel überlagern sich beide Effekte, und je nach Kurs zur Windrichtung überwiegt einer der beiden Teile.

Winddruck
Wenn der Wind von hinten oder von schräg hinten auf das Segelboot trifft, passiert der Antrieb durch den Luftwiderstand, den die Segel der Luftströmung entgegensetzen. Für diese  Art des Vortriebes eignen sich besonders sogenannte Rahsegel. Neuere Schiffe mit Schratsegeln sind für diese Art des Antriebes nicht sehr gut geeignet, da es ihnen im oberen Bereich an Segelfläche fehlt.

Windströmung
Diese dreieckigen Segel ähneln den Tragflächen eines Flugzeuges. Der Bauch (Wölbung) des Segels verursacht komplizierte aerodynamische Strömungen rund um das Segel. Grundsätzlich erfolgt dadurch eine Ablenkung des Luftstromes, für den Kräfte erforderlich sind. Diese Kräfte werden für den Vortrieb und zum Teil in Abdrift nach Lee und in Krängung (Schräglage des Bootes) verwendet. Besondere Bedeutung hat dabei der sogenannte Anstellwinkel. Wenn dieser Winkel zu klein ist, beginn das Segel zu flattern und ist dieser zu groß, reißt die Luftströmung auf der Leeseite des Segels ab und der Auftrieb bricht zusammen. Die richtige Einstellung des Segels auf den herrschenden Wind nennt man „Trimmen“.

Stabilität
Ein Kiel oder Schwert dient dazu, um den seitlich wirkenden Druck auf das Segel einen Widerstand unter Wasser entgegenzusetzen. Die Stabilität eines Schiffes ist nun die Fähigkeit, eine Schräglage (Krängung) auszugleichen und wieder in eine aufrechte Lage zurückzukehren. Stabilität wird auch durch die entsprechende Form des Rumpfes sowie durch Gewichtsstabilität (Gewichtskiel) erreicht.

Segelsport

Bei der olympischen Sportart Segeln werten zwei Arten unterschieden. Fahrtensegeln und Regattasegeln - im Prinzip mit einer Radtour und einem Radrennen vergleichbar. Beim Fahrtensegeln meint man meist mehrtätige Segeltörns, die mehr oder weniger sportlich sein können, aber mehr der Erholung und dem Spaß als dem Wettkampf dienen. Faszinierend sind das Erlebnis in der Natur und die Herausforderung, sich mit ihren Kräften zu arrangieren. Dabei spüren viele Segler meist schon nach sehr kurzer Zeit eine starke Erholung vom Alltag. Besonders die Mittelmeer-Küsten Kroatiens, Montenegros und der Türkei sind bei deutschen Seglern sehr beliebt. Das wettkampfmäßige Regattasegeln, bei dem eine abgestimmte Strecke gleichzeitig befahren wird, erfolgt häufig nach den Regeln der ISAF und wird meistens im „Olympischen Dreieck“ gefahren. Es gibt recht strenge Beschränkungen im Bezug auf den Bau und der Ausrüstung der Boote (Klassenbestimmungen), so dass das seglerische Können und nicht das „Material“ im Vordergrund steht.

Kieler Woche 2012
Foto: Bundeswehr-Fotos Wir.Dienen.Deutschland. - CC BY-ND 2.0
Volvo Ocean Race
Photo von flickr-User: volodia ja - CC BY 2.0

Beim Wettkampfsport Regattasegeln wird eine bestimmte Strecke von zwei oder mehreren Booten zeitgleich befahren. Der Wettkampf kann vom Stundenbereich (Jollenregatten) bis hin zu Monaten (Hochseeregatten) dauern. In den meisten Fällen werden Regatten nach den Regeln der ISAF (internationale Segelverband) veranstaltet.


Regatten, die in oder teilweise in deutschen Gewässern durchgeführt werden


Kieler Woche Segelregatta

Windjammerparade auf der Kieler Woche 2009
Foto: Arne List - CC BY-SA 2.0
Diese jährlich in Kiel stattfindende Regatta (seit dem Ende des 19. Jhd.) ist die größte Segelsportveranstaltung weltweit und eines der größten Sommerfeste des Nordens in Europa. Jedes Jahr in der letzten vollen Juniwoche geht’s los. Bereits am Samstag davor startet die Eröffnung mit dem sogenannten Holstenbummel und dem Glasen. Das Megaspektakel wird dann am Sonntagabend mit einem fulminanten Feuerwerk um 23.00 Uhr beendet.

Aber nicht nur Freunde des Segelsports geben sich ein Stelldichein. Viele Bands, Künstler- und Theatergruppen und Unterhalter sorgen für ein abwechslungsreiches Sommerfest.

Regatten
Im Olympiazentrum Schilksee liegt das sportliche Zentrum der Kieler Woche. Von dort aus starten die meisten Segelregatten. Doch auch am Westufer der Kieler Förde entlang der Kiellinie sieht man etwas kleinere sportliche Aktivitäten, wie z.B. Marinekutterregatten, Optimistensegeln, Kanupolo oder Kutterpullen. Rund 5.000 Segler auf über 2.000 Booten nehmen an den Wettkämpfen teil. Wussten Sie dass jedes Jahr über drei Millionen Gäste dieses Spektakel verfolgen? Ein Highlight der Kieler Woche ist die große Windjammerparade mit 100 Windjammern und Traditionsseglern sowie unzähligen Segelyachten auf der Kieler Förde.


Travemünder Woche Segelregatta

Segelschiffeinfahrt anlässlich der Travemünder Woche
Foto: flickr-Nutzer: Udo54 - CC BY 2.0
Diese internationale Serie von Segelregatten wird vom Lübecker Yacht-Club in Kooperation mit anderen deutschen Segelsportvereinen jedes Jahr auf der Lübecker Bucht vor Travemünde veranstaltet. Termin ist meist Ende Juli. Diese Regatta ist kleiner als die Kieler Woche, doch ebenso ein Segler-Event der Superlative. In den letzten Jahren nahmen weit über 2.000 Segler aus unterschiedlichsten Nationen teil. Hunderte Wettfahrten, meist in 32 Bootsklassen, werden ausgetragen. An Land wird dieses attraktive Großereignis mit zahlreichen Veranstaltungen begleitet. Man rechnet bei der nächsten Regatta mit bis zu einer Million Gäste an der Ostesse, die auf einem 80.000m² großen Veranstaltungsgelände Musik,  Spiel-, Spaß- und Sportangebote genießen können.

Paradiesische Zustände für Wassersportler
Die deutsche Ostseeküste ist bei Wassersportlern sehr beliebt. Zwischen Peenemünde und Flensburg wird gesurft, gesegelt, gerudert und Kanu gefahren. Doch bei Regatten hat Travemünde, die „Tochter“ der Kulturmetropole Lübeck die Nase vorne.


Warnemünder Woche Segelregatta

Die 1937 zum ersten Mal veranstaltete Regatta hat sich seit der Wiedervereinigung Deutschlands zu einer festen Größe im Segelsportbereich entwickelt. Die jährliche Veranstaltung lockt auch viele internationale Segler an. Mehrere Clubs und Vereine veranstalten bzw. unterstützen dieses Großereignis:

  • Berliner Yacht-Club
  • Warnemünder Segel-Club e.V. (WSC)
  • Hamburger Segel-Club
  • Joersfelder Segel-Club
  • Schweriner Segler-Verein
  • Seglerverein Stössensee SVST
  • Akademischen Segelverein Warnemünde e.V. (ASVW)
  • Akademischen Seglerverein zu Rostock
  • Deutscher Challenger Yacht Club
  • Kieler Yachtclub
  • Rostocker Yachtclub
  • Yachtclub Berlin-Grünau

Der Schauplatz des Events ist die Mecklenburger Bucht der Ostsee, genauer gesagt vor der Küste Warnemünds. Da alle olympischen Klassen an den Start gehen (zumindest 2007), setzt die Warnemünder Woche international anerkannte Maßsstäbe. An Land wird das Großereignis mit kulturellen und sportlichen Veranstaltungen begleitet und ist auch das wichtigste Event der Stadt. Laut Veranstaltern kommen Jahr für Jahr mehr als eine halbe Million begeisterte Besucher, um das Geschen hautnah mitverfolgen zu können.


Nordseewoche Hochseeregatta

Seit den zwanziger Jahren wird um die deutsche Insel Helgoland um Pfingsten eine Regattawoche für Hochseesegler veranstaltet. Die Initiatoren waren eine Gruppe Segler des NRV (Norddeutscher Regattaverein), die mit befreundeten Seglervereinen an der Nordseeküste beschlossen hatten, die „Nordseewoche“ mit dem Ziel Helgoland zu starten. Aktuell gibt es drei sogenannte Zubringerregatten. Von Bremerhaven, von Wilhelmshaven und von Cuxhaven nach Helgoland. Darüber hinaus möchten wir noch die vorgeschaltete Streckenregatta von Wedel nach Cuxhaven erwähnen. Mehrere Segelvereine und der NRV organisieren das Event unter dem Dach der „Regattagemeinschaft Nordseewoche“.

Für Profis und für Freizeitsegler
Nicht nur Profisegler sind willkommen, denn für Familien und ungeübte Wettkampfselger wird eigens der Family-Cruiser-Cup veranstaltet. Bei diesem Cup haben weniger geübte Crews die Möglichkeit herauszufinden, ob der Regattasport überhaupt das Richtige für sie ist. Den Höhepunkt der Nordseewoche bildet die Wettfahrt rund um die Insel Helgoland. In den letzten Jahren hat die Veranstaltung immer mehr Interessenten auf den Plan gerufen. Nun starten schon über 1.600 Segler auf über 160 Hochseeyachten.

Für Partystimmung ist gesorgt.
Auf Helgoland selbst tummeln sich während des Events nicht nur Segler, sondern auch Einheimische und viele Touristen, die die Begleitveranstaltungen genießen. Dabei sind die ausgelassenen Regattapartys in der Nordseehalle besonders gut besucht. Auch die Nordseewoche 2010 findet am Pfingstwochenende statt und verlängert sich durch die anschließende Langstrecke Pantaenius Rund Skagen (“Aussen `rum“) von Helgoland nach Kiel, noch in die folgende Woche.


Segelregatta Rund um den Bodensee

Unter dem Namen ”Rund um” führt der Lindauer Segler-Club (LSC) jährlich im Juni die Langstrecken-Regatta "Rund um den Bodensee" durch. Dieser 24-Stunden Wettkampf wird bereits seit 1951 vom LSC organisiert. Aus Gründen der besseren Thermik wird seit 1953 auch nachts gesegelt, was für die Mannschaften eine abwechslungsreiche Herausforderung gegenüber anderen Wettkämpfen ist. Start und Ziel befindet sich in Lindau. Es müssen die Bahnmarken in Meersburg, Überlingen, Eichhorn und Romanshorn passiert werden. Ob die Regatta im Uhrzeigersinn oder entgegengesetzt zu segeln ist, wird jedes Jahr neu festgelegt. Die Mannschaften haben 24 Stunden Zeit, die über 100 Kilometer lange Strecke zu absolvieren.

Teilnehmen dürfen alle Kielboote mit mindestens 3 Mann Besatzung. Gewertet werden zwei Gruppen. Dies wäre zum einen die Gruppe I der konventionellen Schiffe, dazu gehören unvermessene Yachten, Einheitsklassen, Konstruktionsklassen (ausgenommen offene 2-Mann Kielboote, Jollen und Jollenkreuzer), Yardstick I-VI und ORC-Club I-IV. Die High-Tech-Renner bilden die Gruppe II. Dazu zählen die Trapezyachten, Libera, Boote mit bewegl. Ballast oder/und bewegl. Kiel und alle Mehrrumpfboote über 7,50 Meter Länge.

Die Bodensee-Regatta „Rund um“ ist für viele Segler ein Highlight des Jahres und so verwundert es auch nicht, dass die Teilnehmerzahl von Jahr zu Jahr gestiegen ist. Starteten im Jahr 1951 noch 40 Boote, sind es mittlerweile bereits bis zu 500 Boote und Mannschaften die um das blaue Band kämpfen. Der gigantische Start in Lindau ist auch für Zuschauer ein eindrückliches Ereignis und jeder Segelsportbegeisterte sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.


Flussregatta Rheinwoche

Rheinwoche
Foto: (c) Waltraud Degenhardt www.rheinwoche.org
Seit 1922 wird jedes Jahr zu Pfingsten die Regatta „Rheinwoche“ durchgeführt. 2009 führte dieser Wettkampf über 175km und war somit die längste Flussregatta in ganz Europa. Für 2010 werden wieder über 100 Boote und Jollen erwartet. Als besondere Herausforderungen gelten das mehrstündige Segeln im Strom und die Berufsschifffahrt am Rhein. 2010 geht’s von Oberwinter über Koeln, Düsseldorf bis nach Krefeld. Das Regattabüro (gleichzeitig der Verpflegungsstützpunkt und schwimmende Plattform für Zuschauer) befindet sich auf einem Begleitschiff. Am Ende wird dieses Rennen mit Livemusik im Rahmen einer Abendveranstaltung gefeiert. Regattagemeinschaft Rhein .e.V. (RGM). Die RGM unterstützt alle Vereine, um die Rheinwoche weiterhin attraktiv zu gestalten und eine professionelle Abwicklung zu garantieren. An Land sollen Begleitveranstaltungen Zuschauer an die Uferpromenaden locken, die dann das Geschehen auf Europas größter Flussregatta „hautnah“ miterleben können.


Berliner Yardstick Cup - Berlin die Hauptstadt der Skipper

Wannsee
Foto: S. Hahn (WP-User: Nodder) - GNU-FDL
Berlin hat viele Seen, die können durchaus zu interessanten Regatten genutzt werden. Ob es sich dabei um den Wannsee, den Müggelsee oder einen der anderen Seen im Berliner Umland handelt. Es werden in Berlin auch berühmte Pokale ausgeschrieben. Ein Pokal ist der Berliner Yardstick Cup. Zielgebiet des Cups ist der Wannsee und die Unterhavel. Es werden über das Jahr hinweg viele einzelne Läufe nach den Yardstick Regeln durchgeführt.

Bewertungen
Der Sieger eines jeden einzelnen Laufes bekommt Punkte, die mit einem spezifischen Faktor multipliziert werden. Der Punktefaktor orientiert sich beim dem Berliner Yardstick Cup an den Anzahlen der einzelnen Läufe. Am Ende der Saison findet eine Preisverleihung statt. Die Saison beginnt in Berlin im Mai - eine durchaus angenehme Zeit für das Segeln auf den Binnengewässern. Die Saison endet im November.

Regeln
Die Regatta wird nach den Yardstick Regeln durchgeführt. Den Schiffen wird eine empirische Yardstickzahl zugeordnet, welche die Leistungsfähigkeit der Yacht widerspiegelt. Die gelaufenen Zeiten werden mit der Yardstick Zahl kombiniert. Bei dieser Regattenform vergleicht man die Crewleistungen. Die Yachten sind durch das Yardstickverfahren miteinander vergleichbar. Die Yardstick Zuordnung erfolgt durch einen Schiedsrichterausschuss. Regatten im Binnenland und speziell auch in Berlin und im Berliner Umland haben hohen Freizeitwert und sind optisch auch für Laien sehr interessant.


Der Ostsee Cup - ein Ereignis an der Ostsee

Die Ostsee ist ein perfektes Gebiet zum Segeln. Sie ist kein Binnengewässer, hat viele reizvolle Strecken und vor allem gibt es im Gegensatz zur Nordsee keine Gezeiten, die man beachten müsste.

Die verschiedenen Regatten
Regatten sind Wettläufe in denen sich die Crews einzelner Segelschiffe miteinander messen. Der Ostsee Cup ist im Gegensatz zu einer normalen Regatta keine einzelne Regatta sondern ein Jahreswettkampf. Man könnte den Ostsee Cup im Prinzip mit der Bundesliga vergleichen. Einzelne Vereine im Bereich der westlichen Ostsee schreiben Regatten aus. Die Regatten starten übrigens im Mai - da macht das Segeln traditionell am meisten Spaß und Freude. Der Auftakt des Ostsee Cups ist die traditionelle Maibock Regatta. Die Regatten werden bis in den November ausgetragen, im November endet die Regatta mit dem Hannibal Rund. Die Regatten können pro Jahr unterschiedlich ausgeschrieben werden, maßgebend ist die Ausschreibung des Verbandes - der Ostsee Cup hat eine eigene Site, auf der sich der interessierte Sportler informieren kann.

Bewertung
Der Teilnehmer bekommt, wenn er eine Regatta gewinnt, pro Teilstrecke Punkte. Jede Regatta wird unterschiedlich bewertet, je nachdem ob die Regatta über ein oder zwei Läufe ausgetragen wird. Je mehr Läufe eine Teilregatta hat, desto größer ist der Bewertungsfaktor. Der Pokal wird dann im Rahmen der Abschlussveranstaltung im November vergeben.


20 Stunden-Wettfahrt (Berliner Müggelsee)

Müggelsee in Berlin
Foto: Lienhard Schulz - GNU-FDL
Die 20-Stunden-Wettfahrt auf dem Müggelsee in Berlin dauert, wie der Name schon sagt 20 Stunden und wird von der Seglergemeinschaft am Müggelsee e.V. (SgaM) ausgerichtet. Sie gehört somit zu den Langstrecken-Regatten der Binnensegler. Die erste Wettfahrt fand vor etwa 60 Jahren statt und findet seit dem an einem Wochenende im Mai oder Juni statt. Im Startjahr wurden 12 teilnehmende Boote verzeichnet. Mit jedem weiteren Jahr stieg die Anzahl der Teilnehmer. 1960 waren es 35, 1970 91. Der Höhepunkt war 1980 mit mehr als 160 gemeldeten Booten. Während der 20-Stunden-Wettfahrt auf See gilt es soviel Runden auf einem abgesteckten Dreieckskurs zu drehen, wie möglich. Dabei wird von Jahr zu Jahr die Richtung neu festgelegt. Einmal mit und einmal gegen den Uhrzeigersinn. Der Kurs wird nachts mit gelben Blinkzeichen gekennzeichnet. Die Besatzung der Boote muss aus mindestens drei Personen bestehen. Zwei davon müssen die erforderlichen Befähigungsnachweise besitzen. Die Zahl der gedrehten Runden variiert jährlich, da die Wegmarken jedes Jahr neu und jedes mal anders ausgelegt werden. Der aktuelle Rundenrekord liegt bei 39 Runden und wurde im Jahr 2006 durch den Trimaran "Wildepferde" aufgestellt. 2008 nahm der Berliner Herbert Booth zum 40. Mal in Folge an der 20-Stunden-Wettfahrt auf dem Berliner Müggelsee teil.


Hochseeregatten (international)


Vendée Globe Segelregatta

Die härteste Einhandregatta der Welt führt um den ganzen Globus. Der Vater dieses Rennens ist der Segler Philippe Jeantot, der 1989 diese Regatta ins Leben gerufen hat. Diese findet nun alle vier Jahre statt. An den Start dürfen Einrumpfboote der Klasse Open 60.

Dabei werden mehr als 25.000 Seemeilen um die Welt gefahren, ohne dass dabei fremde Hilfe in Anspruch genommen oder Land betreten wird. An die teilnehmenden Segler werden enorm hohe Ansprüche gestellt, da das Rennen in großteils in stürmischen und gefährlichen antarktischen Gewässern stattfindet. Leider ist es schon zu schweren und auch tödlichen Unfällen gekommen…
Diese Punkte müssen passiert werden:

  • Les Sables d'Olonne
  • Die Kanaren
  • Antarktis an Steuerbord
  • Heard Island an Steuerbord
  • 50°S 90°O an Steuerbord
  • 57°S 180° an Steuerbord
  • 57°S 120°W an Steuerbord
  • 57°S 67°W an Steuerbord
  • Kap Hoorn an Backbord
  • Rückkehr nach Les Sables d'Olonne

Am 9. November 2008 startete das sechste Rennen mit 30 Teilnehmern (2 Frauen) von denen 19 ausschieden. Der glückliche Sieger Michel Desjoyeaux erreichte das Ziel nach 84 Tagen am 1. Februar 2009. Das nächste Mal startet die Vendée Globe am 20. Oktober 2012 in Les Sables-d'Olonne (Frankreich). Das internationale Seerecht besagt, dass eine 24-Stunden-Wache vorgeschrieben sei. Bei einem Einhandrennen kann diese allerdings nicht eingehalten werden, daher ist die Vendée Globe streng genommen „illegal“. Aufgrund der hohen Popularität ist aber ein Verbot der Regatta eher unwahrscheinlich.


Volvo Ocean Race Segelregatta

Seit 2006 wird das Volvo Ocean Race alle drei Jahre ausgetragen. Das letzte Rennen wurde vom Oktober 2008 bis zum Juni 2009 ausgetragen. Früher (von 1973 bis 1997-1998) hieß die Regatta The Whitbread Round the World Race. Mit dem Einstieg Volvo aus Hauptsponsor wurde die Bezeichnung geändert.

Diese Hochseeregatta führt um den gesamten Globus. Im Herbst wird in Europa gestartet, die Route führt weiter über den Atlantik, rund um Afrika, weiter über den südlichen Pazifik nach Amerika und zurück über den Atlantik nach Europa. Die extremen Wetterverhältnisse im Südpazifik (Wind oft über 100 km/h) und die daraus resultierenden Wellenhöhen (30m!) stellen eine harte Herausforderung für die Segler dar.
Die Segelregatta wird in mehreren, jedes Mal unterschiedlichen Etappen absolviert, die mit der Vergabe von Punkten einzeln gewertet werden. Somit entscheidet nicht die Gesamtzeit sondern die Punkteanzahl über Sieg oder Niederlage. Zurückgelegt werden rund 45.000 Kilometer.

Etappen 2008–2009:
1) von Alicante nach Kapstadt
2) von Kapstadt nach Kochi (Indien)
3) von Kochi nach Singapur
4) von Singapur nach Qingdao (China)
5) von Qingdao nach Rio de Janeiro
6) von Rio de Janeiro nach Boston
7) von Boston nach Galway
8) von Galway nach Marstrand
9) von Marstrand nach Stockholm
10) von Stockholm nach St. Petersburg
Etappen 2005–2006:
1) von Vigo nach Kapstadt
2) von Kapstadt nach Melbourne
3) von Melbourne nach Wellington
4) von Wellington nach Rio de Janeiro
5) von Rio de Janeiro nach Baltimore/Annapolis
6) von Baltimore/Annapolis nach New York
7) von New York nach Portsmouth/UK
8) von Portsmouth nach Rotterdam
9) von Rotterdam nach Göteborg

Reisen - Übersicht

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